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Entwicklung

1998 nahm in Rostock das Landesmodellprojekt Contra Gewalt gegen Frauen und deren Kinder in Mecklenburg-Vorpommern (CORA) seine Arbeit auf. Aufgabe dieses Projektes war es, in Rostock und den damaligen Landkreisen Bad Doberan und Güstrow Kooperation und Vernetzung von staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt  zu erproben.

Aus dem Modellprojekt ging die Landeskoordinierungsstelle CORA hervor. Sie unterstützte  von 2000 bis 2002 den Aufbau der Interventionsstellen.
Seither hat sich das Aufgabenspektrum der Koordinierungsstelle CORA auf das gesamte Hilfe- und Beratungsnetz bei Gewalt gegen Frauen erstreckt, um die Situation von Betroffenen von häuslicher und sexualisierter Gewalt, kontinuierlich weiter zu verbessern.

Am 16. April 2008 konnte die Koordinierungsstelle CORA ihr 10jähriges Jubiläum mit einem Fachforum in Rostock begehen. In einer Sonderausgabe der CORAktuell wurde Rückblick auf die vergangenen Jahre genommen.

CORA wurde von 1998 bis 2003 im Auftrage des BMFSFJ durch das Forschungsprojekt WiBIG der Universität Osnabrück wissenschaftlich begleitet (Bericht der wissenschaftlichen Begleitung).

Die Koordinierungsstelle CORA ist seit 2000 in der Bundeskonferenz der Landeskoordinierungsstellen und Interventionsprojekte gegen häusliche Gewalt vernetzt. Die Bundeskonferenz verknüpft die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern mit bundesweiten Strategien, realisiert einen regen Erfahrungsaustausch und beteiligt sich an der Weiterentwicklung vernetzter Strategien zur Bekämpfung häuslicher Gewalt.

Koordinierungsstelle CORA

Tel. 0381-40 10 229



Aufgaben

  • Koordination der Umsetzung des Landesaktionsplanes zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen in Mecklenburg-Vorpommern
  • Organisation und Ausgestaltung landesweiter Kooperation
  • Entwicklung neuer Interventionsstrategien und Konzepte
  • Erschließung neuer Aufgabenfelder
  • Problemanalyse regionaler und landesweiter Entwicklungen
  • Landesweite Öffentlichkeitsarbeit
  • Landesweite Fortbildungsarbeit
  • Bundesweite und internationale Vernetzung   

Aktuelle Schwerpunkte 2011

Folgende Themen - die nicht abschließend aufgeführt sind - bildeten die Schwerpunkte der Koordinierungsstelle 2011.

Die Umsetzung fand in Zusammenarbeit mit dem Beratungs- und Hilfenetz, den jeweiligen Institutionen, Verbänden und Gremien und dem Büro der Parlamentarischen Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung des Landes M-V sowie in den bundesweiten Arbeitszusammenhängen statt.

  • Polizeistrukturreform, Anpassungen zwischen Polizei und Hilfenetz
  • Kreisgebietsreform in M-V: Opferschutz als öffentliche Aufgabe anerkennen
  • Abgeordneten Workshop für Landtagsabgeordnete - Erarbeitung einer szenischen Lesung: "Am Anfang war es Liebe" (zu beziehen über Frauen helfen Frauen e.V.)
  • Workshops und Datenerfasssung, Problemanalyse M-V zum Thema Zwangsverheiratung
  • Partnerschaftsgewalt gegen ältere Frauen
  • Gewalt und Gesundheit (Opferambulanzen an den Rechtsmedizinischen Instituten)
  • Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder in Familie und Institutionen
  • Bündnis für Kinderschutz MV und Frühe Hilfen bei häuslicher Gewalt
  • Kinder im Frauenhaus
  • Kinder von Trennungsstalkern,
  • (K)ein Sorge- und Umgangsrecht in Fällen häuslicher Gewalt für die gewaltausübende Person
  • Täterbezogene Interventionen
  • Täterarbeit mit Trennungsstalkern
  • Jubiläen 2011: 10 Jahre Pro Aktiv – 10 Jahre Interventionsstellen - 10 Jahre SOG M-V, 10 Jahre Landesaktionsplan, 100 Jahre Internationaler Frauentag 2011 - Festveranstaltung
  • Nationale virtuelle Vernetzung der Interventionsstellen
  • Bundeinheitliche Definition häusliche Gewalt
  • Unterstützung von Forschung bei der Bedarfsanalyse des Hilfenetzes
  • Überarbeitung der „Empfehlungen zur Umsetzung der §§ 8 a und 72 a SGB VIII in Mecklenburg – Vorpommern"
  • Referentin Opferschutzkonferenz, Schwerin Justizministerium - Podiumsdiskussion Fachtag gegen häusliche Gewalt, Grevesmühlen- Moderation und Untersützung von Fachveranstaltungen

Notwendigkeit von Koordination

Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein vielschichtiges, gesamtgesellschaftliches Problem, welches multi- institutionell und multiprofessionell bekämpft werden muss. Die dazu notwendige abgestimmte Intervention wird über die Kooperation und Vernetzung aller an der Intervention beteiligten Institutionen erreicht.
Diese Institutionen sind: die Polizei, die Justiz, die Unterstützungs- und Schutzangebote für gewaltbetroffene Frauen, Jugend- und Sozialämter, der Kinderschutz, das Gesundheitswesen, der Bereich der Erziehung und Bildung und Angebote der Täterarbeit.
Die Notwendigkeit von interdisziplinärer Koordinierung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ist im 2. Landesaktionsplan Mecklenburg-Vorpommern von 2005 und im Bundesaktionsplan von 2007 als wichtige Aufgabe formuliert und als Aufgabe an die Koordinierungsstelle CORA delegiert.