Kinder- und Jugendberatung
Unsere Tätigkeit umfasst folgende Aufgaben:
1. Beratung, Unterstützung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen, die zu Hause Gewalt zwischen den Eltern erleben oder selbst von Gewalt betroffen sind.
„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Strafen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ (§1631 Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch)
Das Miterleben von Gewalt zwischen den Eltern (Häusliche Gewalt), ist für die meisten Kinder und Jugendliche sehr beängstigend. Viele fühlen sich alleine und schämen sich für das was zu Hause passiert. Es fällt ihnen schwer über das Erlebte zu sprechen und sie finden auch oft nicht den Mut, es einem anderen Erwachsenen zu erzählen.
Falls es Dir genau so geht, hier ein paar Tipps, die Dir vielleicht weiterhelfen können.
Häusliche Gewalt ist eine Straftat. In Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei das Recht den Täter für max. 14 Tage aus der Wohnung zu weisen. Er kann sich einige persönliche Sachen mitnehmen und ihm werden Adressen für eine Unterkunft bekannt gegeben. Meist kommen aber die Täter bei Verwandten oder Freunden unter. Nach einem Polizeieinsatz meldet sich die Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt bei eurer Familie. Die Beraterin überlegt gemeinsam mit dem von Gewalt betroffenen Elternteil wie es weitergehen kann.
Ihr könnt euch auch selber Hilfe holen, so zum Beispiel indem ihr:
- selbst die Polizei in der Notsituation über 110 ruft,
- mit einer Person Eures Vertrauens über das Erlebte sprecht,
- die Kinder- und Jugendberatung kontaktiert,
(Tel. 0381 121 60 98 oder E-Mail über das Kontaktformular ) - euch Hilfe über das Jugendamt holt
- oder die kostenlose Nummer gegen Kummer (0800 / 1110111) anruft (Mo.-Fr. 15-19 Uhr).
Hilfe holen ist richtig und wichtig um gewaltfrei leben zu können!
Hier wohnt Familie Schäfer (unter Veröffentlichungen)
2. Beratung und Unterstützung des von Gewalt betroffenen Elternteils, um den negativen Auswirkungen auf die körperliche und geistige Entwicklung ihrer Kinder entgegen zu wirken.
Unsere Kinder haben ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt!
Aus vielen Untersuchungen geht hervor, dass das Miterleben häuslicher Gewalt (Gewalt in der Partnerschaft) schwerwiegende negative Folgen für die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder und Jugendlichen hat.
So können betroffenen Kindern verschiedene Verhaltensauffälligkeiten, wie Schlafstörungen, häufige Kopf- und Bauchschmerzen, Aggressivität, Schulprobleme, Sprachstörungen, niedriges Selbstwertgefühl, generelle Ängstlichkeit zeigen.
Es besteht auch die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche eine höhere Bereitschaft entwickeln, Gewalt zu erdulden oder einzusetzen.
Damit Kinder und Jugendliche eine Chance haben Erlebtes zu verarbeiten, muss die Gewalt aufhören und sie sollten möglichst schnell Unterstützung bekommen.
Wo können Sie noch Hilfe für Ihre Kinder bekommen.
Therapieführer für Kinder und Jugendliche mit seelischen Störungen und Problemen Hansestadt Rostock, Landkreis Bad Doberan, Landkreis Güstrow www.lpemv.de/Download/TherapiefuehrerKinder-Jugendl.pdf
Bei dem für ihren Wohnort zuständigen Jugendamt.
Kinder und Jugendliche brauchen in dieser Situation verlässliche Beziehungen und Unterstützung, um aus ihrer Isolation heraus zu kommen.
Helfen sie ihnen, damit sie gewaltfrei leben können.
Welche Bilder und Emotionen bei Kinder und Jugendliche das Miterleben dieser Gewaltsituationen auslöst wird im Folgenden beschrieben.
sie spüren
Den Zorn des Vaters, die Heftigkeit seiner Zerstörungswut
Die Angst der Mutter, ihre Ohnmacht und Unterwerfung
Die Angst der Geschwister, vor allem der Kleinen
Die bedrohliche, unsichere Atmosphäre vor den Gewalttaten
Die Eskalation in Situationen von Streit und Konflikt
Die eigene Angst und Ohnmacht
Sie hören
Der Vater schreit und brüllt Er bedroht die Mutter, er bedroht sie mit dem Tod
Er beleidigt und beschimpft die Mutter, beschimpft sie auch sexuell
Er setzt sie herab, entwertet sie als Person, als Frau und Mutter
Die Mutter schreit und weint, wimmert
Sie brüllt zurück, beschimpft ihn, setzt sich zur Wehr
Sie gibt keinen Laut mehr von sich
Sie sehen
Der Vater schlägt die Mutter, stößt und boxt sie, reißt sie an den Haaren
Er tritt die am Boden liegende Mutter
Er schlägt mit Gegenständen, wirft Gegenstände durch den Raum
Er bedroht die Mutter mit dem Messer oder einer anderen Waffe
Er vergewaltigt die Mutter
Die Mutter fällt Sie wehrt sich und kämpft
Sie blutet
Sie denken
Er wird sie töten Ich muss ihr helfen
Ich muss die Kleinen raus halten
Ich muss mich einmischen, habe aber Angst mich einzumischen
Er wird mich schlagen
Er wird uns alle töten
Sie ist selber Schuld, warum widerspricht sie Sie ist so schwach, ich verachte sie
Sie tut mir so leid, ich hab sie lieb
Ich will nicht, dass er weggeht
Sollen sie doch selbst klarkommen, ich habe nichts damit zu tun
Ich möchte unsichtbar werden
Ich bin unwichtig, niemand kümmert sich um mich und meine Angst
Sie wird mich nie beschützen können
Ich bin schuld
Quelle: Prof. Dr. Barbara Kavemann
Wenn Sie Interesse an unserem Angebot haben, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung: Kontakt Interventionsstelle
