Angebote


Das Frauenhaus bietet folgende Leistungen an:

Wir beraten Frauen, die von Gewalt im sozialen Nahraum betroffen sind. Sie können mit den Mitarbeiterinnen ein Beratungsgespräch in unserem Beratungsbüro vereinbaren.
Rufen Sie uns an: 0381 / 45 44 06

Telefonische Beratung ist für viele Frauen oft der erste Schritt, ihre von häuslicher Gewalt geprägte Familiensituation zu überdenken und zu verändern. Sie erhalten von uns Informationen über mögliche Hilfsangebote.

Die Beratung können Sie unabhängig vom Einzug ins Frauenhaus und auf Wunsch auch anonym in Anspruch nehmen.
Unser Beratungsbüro befindet sich außerhalb des Frauenhauses. Gesprächstermine können kurzfristig vereinbart werden.

Grundlage unserer Beratungsarbeit ist immer die Parteilichkeit für die Belange von Frauen, Mädchen und Jungen.

Aus der Erfahrung wissen wir, dass viele Fragen auf Sie einstürzen - Fragen aus verschiedensten Lebensbereichen.

Wir beraten Sie:

  • in Krisensituationen
  • bei der Klärung Ihrer finanziellen Situation
  • bezüglich Trennung und Scheidung
  • bezüglich Ihres Aufenthaltsrechtes
  • bezüglich des Sorge- und Umgangsrechtes
  • im Umgang mit Ämtern und Behörden
  • bei Kita- und Schulwechsel
  • in der Bewältigung Ihres Alltags
  • bei der Aufarbeitung Ihrer Gewalterfahrungen
  • bei der Entwicklung neuer Perspektiven
  • bei allen Ihre Kindern betreffenden Fragen
  • bei der Suche nach weitergehenden Beratungsstellen und Institutionen

Unser Beratungsangebot ist auf eine große Themenvielfalt eingestellt!

Beratung zu rechtlichen Aspekten Ihrer Lebenssituation ersetzt keine Rechtsberatung durch eine Anwältin/einen Anwalt, hilft aber im Vorfeld, Fragen zu ordnen und zu klären.

Wenn Sie im Frauenhaus Zuflucht suchen möchten bzw. müssen, rufen Sie uns an: 0381 / 45 44 06

Wir vereinbaren mit Ihnen einen Treffpunkt und holen Sie dort ab!

Wir sind Tag und Nacht telefonisch erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen!

Die Adresse des Frauenhauses ist geheim!

Männer haben keinen Zutritt!

Den Maßstab unserer Arbeit bilden die Interessen und Persönlichkeiten der Frauen und Kinder. Deshalb bestimmen die Bewohnerinnen selbst, welche Ziele sie erreichen wollen. Erfahrene Mitarbeiterinnen begleiten die Bewohnerinnen und unterstützen sie bei ihren Vorhaben.

Beratung und Begleitung in einer Krisensituation
Der Einzug ins Frauenhaus passiert für die meisten Frauen und Kinder nach akuter Gewalt, d.h. in einer für sie krisenhaften oder traumatisierenden Situation. Die meisten Frauen und Kinder erleben eine solche Situation nicht zum ersten Mal, da die häusliche Gewalt sich bereits über einen langen Zeitraum erstreckt hat. Die Folgen davon sind meistens Verzweiflung, Hilflosigkeit, Orientierungslosigkeit, Zukunftsangst und das Gefühl von Überforderung, aber auch Unruhe, Schlaflosigkeit, gesundheitliche Probleme. Diese Gefühle halten auch nach der Flucht in eine sichere Umgebung einige Tage oder Wochen an. Sie dürfen sein!Die Mitarbeiterinnen im Frauenhaus, aber auch die anderen Bewohnerinnen sind mit dieser Situation vertraut und können durch Gespräche und praktische Unterstützung entlastend zur Seite stehen.

Praktische Unterstützung
Der Verlust der gewohnten Lebenssituation bringt ein ganzes Bündel von Fragen und Problemen mit sich: Wie bekomme ich Geld? Werde ich vor Nachstellungen und Bedrohungen sicher sein? Können die Kinder in die bisherige Schule oder Kita gehen oder wie finde ich neue Betreuungsplätze für sie? Wie soll es überhaupt weiter gehen? Für die Lösung all dieser oder anderer Fragen steht jeder Bewohnerin eine Frauenhausmitarbeiterin zur Seite. Als erstes werden gemeinsam alle Fragen aufgelistet und ihre Dringlichkeit sortiert. Nicht alles kann und muss sofort bewältigt werden. Es wird ein "Stufenplan" erstellt, der sich nach den Bedürfnissen und Ressourcen der jeweiligen Bewohnerin richtet. Als erstes wird in aller Regel gemeinsam die Beantragung der nötigen und möglichen finanziellen Mittel organisiert, persönliche Sachen werden aus der ehemaligen Wohnung geholt, rechtlicher Beistand wird bei Bedarf kontaktiert. In dieser Phase erhält die Frau eine intensive persönliche Begleitung. Sie entscheidet selbst, welche Dinge sie allein regeln kann und wobei sie Unterstützung braucht.

Alltagsbewältigung
Im Frauenhaus werden die Frauen dabei unterstützt, ihren Alltag aus eigener Kraft zu bewältigen. Das betrifft vor allem die Sorge für die Kinder, aber auch den Umgang mit dem Geld, die Freizeitgestaltung oder die Erhaltung der Gesundheit. Die Bewohnerinnen des Hauses unterstützen sich bei vielen kleinen Alltagsdingen gegenseitig und werden bei Bedarf von den Mitarbeiterinnen auch dabei angeleitet, Konflikte in der Gruppe angemessen anzusprechen und zu regeln.

Planung einer neuen Lebensperspektive
Grundsätzlich entscheidet jede Bewohnerin selbst, wie lange sie im Frauenhaus bleiben und wie sie ihr Leben danach gestalten möchte. Es kann sein, dass ein Zusammenleben mit dem misshandelnden Partner auf einer neuen, gewaltfreien Basis ausprobiert werden soll. In Gesprächen wird dazu erarbeitet, wobei darauf unbedingt geachtet werden soll, welche Grenzen gezogen werden müssen, in welchen Beratungsstellen Hilfe dazu gesucht werden kann. Wenn sich herausstellt, dass das Frauenhaus nicht das passende Hilfsangebot für eine Frau ist, wird gemeinsam nach einer alternativen Wohnmöglichkeit gesucht. Steht die Entscheidung der endgültigen Trennung vom gewalttätigen Partner fest, wird gemeinsam nach einer Wohnung gesucht. Es ist möglich die ehemalige gemeinsame Wohnung allein zu bewohnen oder eine neue Wohnung zu suchen. Alle damit verbundenen Fragen und Probleme können mit der Mitarbeiterin besprochen werden. Wir unterstützen ebenfalls bei der Beantragung von Geldern für eine neue Wohnung sowie bei der Einrichtung und beim Umzug.

Neben der psychosozialen Begleitung der Kinder und Jugendlichen unterstützt die Kinder- und Jugendberaterin auch deren Mütter zu Themen wie Schule und Kita, Sorge- und Umgangsrecht. Sie  unterstützt die Frauen und Kinder auch in anderen Bereichen der Alltagsbewältigung.

Nach dem Auszug aus dem Frauenhaus sind manchmal noch nicht alle "alten" Probleme erledigt oder es gibt neue Unsicherheiten, nun auf sich allein gestellt alle Anforderungen bewältigen zu können.

Hier besteht die Möglichkeit, sich mit allen Fragen an die Mitarbeiterinnen zu wenden, telefonisch oder auch persönlich im Frauenhaus. Jede Frau entscheidet selbst, ob sie dieses Angebot in Anspruch nimmt. Ein Zwang zur nachgehenden Beratung gibt es nicht.

In regelmäßigen Abständen bieten wir Treffen für ehemalige Bewohnerinnen zum Austausch an. Diese werden nicht in jedem Fall von den Mitarbeiterinnen organisiert. Jede Frau hat die Möglichkeit Freundschaften oder Bekanntschaften, die sich im Frauenhaus entwickelt haben, weiter zu pflegen und sich somit ein Netzwerk zu schaffen, in dem sich die Frauen auch weiterhin treffen, ausstauschen und in Alltagsdingen unterstützen können.

Wirksame und nachhaltige Bekämpfung von häuslicher Gewalt braucht die Kooperation verschiedener Professionen, die mit dieser Thematik und von Gewalt betroffenen Menschen zu tun haben.

Effektive Hilfe aus unterschiedlicher Hand setzt jedoch auch theoretisches Wissen über die Dynamik häuslicher Gewalt und ihre Auswirkungen auf die Betroffenen voraus, ebenso wie Kenntnisse über gesetzliche Möglichkeiten der Hilfe und die Arbeitsweise der beteiligten Institutionen.

Wir bieten daher für Mitarbeiter_innen sozialer Einrichtungen in Kindertagesstätten, Schulen, Berufsschulen, Einrichtungen der Berufsförderung, in Ämtern und Behörden, aber auch für Schüler_innen, Studierende, Teilnehmer_innen von Berufsfördermaßnahmen oder Kursen, die der "Integration in die BRD" dienen, Gesprächsrunden oder Fortbildungsveranstaltungen rund um die Themen häusliche Gewalt, Interventions- und Hilfsangebote, Profil des Autonomen Frauenhauses Rostock an.

Kontaktieren Sie uns gern zur Vereinbarung einer auf Ihre Bedürfnisse und Wünsche zugeschnittenen Veranstaltung.